Christoph Maria Herbst: Man sollte über Hitler lachen

Playboy-Interview mit Schauspieler Christoph Maria Herbst: „Man sollte über Hitler lachen“

 

Schauspieler und Parodist Christoph Maria Herbst hält das Lachen über Adolf Hitler für einen wichtigen Beitrag zum Umgang mit der deutschen Geschichte. „Ich glaube, man muss solche Menschen entmystifizieren“, sagte der 49-Jährige in einem Interview mit dem Magazin Playboy. „Und sie werden mystifiziert, wenn es heißt, bloß nicht den Namen in den Mund nehmen und drüber lachen.“

 

Man wisse ja von Kindern: Süßigkeiten würden umso spannender, je weiter entfernt die Schublade sei. „Und deshalb glaube ich, dass man sich dieser Figur nicht nur auf diese Weise nähern darf, sondern sogar sollte“, sagte Herbst, der nach eigenem Bekunden gern extreme Figuren spielt – unter anderem auch die Sprecher-Rolle als Adolf Hitler für das Hörbuch „Er ist wieder da“. „Sich in den reinzudenken, das lässt einen nicht unbeteiligt. Da bleibt was hängen. Ich habe mich an den Abenden schon dabei ertappt, wie ich fünf Minuten länger geduscht habe als normal“, sagte Herbst.

 

Zugleich widersprach Herbst in dem Interview der verbreiteten Ansicht, Satire dürfe alles. „Hitler ist eine Sache, der Holocaust ist eine andere. Da ist bei mir eine Grenze erreicht“, sagte Herbst. „Es darf nicht sein, dass eine Gesellschaft tatenlos zusieht, wenn, um den schnellen Lacher mitzunehmen, billige Gags gerissen werden, die an die Würde gehen. Da muss man sich wehren dürfen“, so der Schauspieler. „Zensur ist durchaus ein Thema. Und ich glaube, das ist auch gut so.“

 

Christoph Maria Herbsts neuer Film „Die Kleinen und die Bösen“ startet am 3. September im Kino.